Angermünder Tierpark feiert 55. Geburtstag

55 Jahre Tierpark – Uckermarks einziger Tierpark

Der Spaziergang durch den knapp acht Hektar großen Park in Angermünde macht besonders kleinen Gästen Spaß. Hier können Kinder die sechs Kamelarten der Welt entdecken, putzige Katta-Lemuren-Affen beim Spielen beobachten, freilaufende Rehe füttern und im Streichelgehege auf Tuchfühlung mit kleinen Haustieren gehen.

Die Anfangstage des Tierparks

Im Jahre 1962 nahm die Angermünderin Magda Krüger gemeinsam mit Handwerker*innen und Tierliebhaber*innen Baumaterial und Gerätschaften in die Hand, um die ersten Volieren für den Tierpark aufzubauen. Bald schon konnten die ersten kranken oder altersschwachen Vögel aufgenommen werden. Magda Krüger kündigte ihren Job und wurde Angermünders erste Tierpflegerin. Dank weiterer aktiver Gründungsmitglieder wurden die Gehege und Gebäude auf dem Gelände ausgebaut. Das Futter stammte von umliegenden Großküchen, die ihre Abfälle zur Verfügung stellten.

Mit vereinten Kräften tolle Feste auf die Beine stellen

Der Tierpark hat sich im Laufe der Zeit verändert und auch die Veranstaltungen haben sich den unterschiedlichen Jahrzehnten angepasst. Seit 1996 gibt es den „Verein für Freunde und Förderer des Angermünder Tierparks e.V.“, der mit der Märkischen Oderzeitung seit über zwanzig Jahren die Osterfete organisiert. Sehr beliebt ist auch der Wiesellauf, der seit zehn Jahren im und um den Tierpark abgehalten wird.

Die Privatisierung des Parks

2014 wurde der Tierpark privatisiert. Im ersten Jahr hatte der neue Besitzer mit einer großen Zahl von Todesfällen in den Gehegen zu kämpfen. In solchen Fällen ist der Tierpark mehr denn je auf Spenden und Hilfen von außen angewiesen. So entstand die Idee der Tierpatenschaft. Seitdem erklären sich mehr und mehr Bürger*innen und Betriebe bereit, sich finanziell an den Futtermitteln zu beteiligen. Dies ist besonders wichtig, weil der Tierpark sich eine große Aufgabe gestellt hat: Er ist am „Europäischen Erhaltungszuchtprogramm zum Schutz von Aussterben bedrohter Tierarten“ beteiligt.

Geburtstagsfeier am letzten sonnigen Sonntag im August

Ende August war die große Geburtstagfeier. Auf der Bühne spielte die Big Band „The Music Messengers“ und die Tanzgruppen der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule gaben ihre Choreografien zum Besten. Das Gesangsduo „Willi & Co“ und die Comedy-Gruppe „Die Dobbiesisters & man“ unterhielten ihr Publikum. Natürlich durfte das lustige Bubble-Fußballspiel nicht fehlen. Kleine und große Attraktionen lockten zahlreiche Besucher an, sodass es mit den Parkplätzen eng wurde.

Urlaubslektüre aus der Uckermark

Urlaub schon gebucht und noch kein Buch für die Reise?

„Postfaktisch bin ich ne Niete“, ein Roman zum Schmunzeln und Entspannen. Das richtige Buch für einen schönen Urlaub in der Uckermark. Eine turbulente Reise aus der Selbstoptimierungsbefreiung zwischen Angermünde, Berlin und Dresden.

Leseprobe

Trailer zum Buch

Was passiert im Buch?

Die 46-jährige Kulturjournalistin Lea versucht mit einem Life-and-Work-Optimizing-Seminar, ihre Karriere anzuschubsen. Das Intensiv-Coaching-Wochenende „Push up your life“ von Christoph Eckardt soll den erwünschten Erfolg bringen. Während der junge Coach schwungvoll über Work-Life-Balance und Optimierung der eigenen Metadaten plaudert, ihr Seminarnachbar Jan seine Fitness-App-Werte optimiert, der Programmierer Timo seiner Verschwörungstheorie über Fitness-App-Optimierung nachgeht, die Hipster-Studentin Louisa eine Mutter-Intoleranz gegen ihr Helikopter-Alphatier entwickelt und Walter, Leas Mann, in einem Management-Outdoor-Training á la Dschungel-Camp seinen Teamgeist optimiert, versteht Lea die Welt nicht mehr. Gott sei Dank hat sie Schweini – Zyniker und Bauchgefühl in einer Person – und Ekki – innerer positiv gestimmter Weltverbesserer – an ihrer Seite. Mit den beiden Quälgeistern im Kopf findet die Optimierungs-versagerin Lea heraus, was für sie im Leben zählt.

Firmen- und Teamlauf in Angermünde

Der Sportsgeist hat die Uckermärker in den Bann gezogen. Am Freitagabend waren Firmen und Teams aus Angermünde, Templin, Prenzlau und Schwedt am Start zum Sechskilometerlauf.

Motivationsschilder und Anfeuerungsrufe auf der gesamten Strecke
Nur wer sich nicht bewegt, kann verlieren.
Tolle Stimmung

Stimmung und Teamgeist waren großartig. Über 140 Teams waren am Start. Mitmachen konnte jeder über 14 Jahre. Es wurde gejoggt, gewalkt, ab an auch mal nur gegangen aber am Schluss waren alle glücklich, das gesteckte Ziel erreicht zu haben.

Mit Walkingstöcken am Mündesee
Auch viele Walker nutzten das Angermünder Fitnessprogramm.

 

Adler-Apotheke, Jana Hoffmann
Jana Hoffmann vom Team Adler-Apotheke ist mit viel Spaß dabei.
Die letzte Runde
Kristin Spillmann vom Sehzentrum Drochner und Norbert Hüsers von Buntspecht Logis am Mündesee.
Bald ist es geschafft
David Drochner in der letzten Runde.
Auch im nächsten Jahr wieder dabei

Das Team Buntsprecht Logis und Sehzentrum Drochner werden auch im nächsten Jahr wieder ihre Team-Shirts überziehen und dabei sein. Vielleicht möchten Sie auch vorbeikommen, mitlaufen und anschließend in der historischen Innenstadt mit feiern. Dann melden Sie sich an und buchen Sie gerne Ihre Übernachtung bei uns.

 

 

 

Die Uckermark erhält das Zertifikat „Nachhaltiges Reiseziel“

Bericht aus der MOZ vom 09.03.18
Berlin (MOZ) Als erste Reiseregion in Brandenburg hat die Uckermark auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin das Zertifikat „Nachhaltiges Reiseziel“ bekommen. Mit der Auszeichnung wirbt die Region als Vorreiter für klimafreundliche Ferien.
Immer mehr Gäste achten auf sanften Tourismus

Schon vor fünf Jahren blickte ganz Deutschland mit Erstaunen Richtung Osten, wo ganz oben im Brandenburger Norden die Uckermark plötzlich als Sieger aus dem Bundeswettbewerb Nachhaltige Reiseregionen hervorging und altbekannte Urlaubsrenner hinter sich ließ. Daran knüpft nun die neue TourCert-Zertifizierung an. „Nachhaltigkeit ist einer der großen Trends im Tourismus“, bestätigt Dieter Hütte, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH. „Ich wünsche mir, dass vom uckermärkischen Engagement eine Vorbildwirkung für andere brandenburgische Reiseregionen ausgeht“, so Wirtschaftsminister Albrecht Gerber.

Tatsächlich bestätigen die fortlaufend steigenden Übernachtungszahlen den Trend

Hotels und Pensionen der Uckermark mit über zehn Betten kamen im vergangenen Jahr auf rund eine Million Übernachtungen, nicht mitgerechnet die Campingplätze. Ein sattes Plus von 3,2 Prozent. Öko-bewusstes Reisen trägt dazu bei.

Image aufpolieren

Unermüdlich polieren Fremdenverkehrsvereine, Hotelbetreiber, Gastronomen und die Tourismus Marketing Uckermark GmbH weiter an diesem einträchtigen Image. Denn bei der Wahl des nächsten Reiseziels haben deutsche Urlauber naturbelassene Landschaften, urige Dörfer, einsame Seen, Fachwerkhäuser und Kirchtürme im Blick. Es geht um Ruhe, um das Typische und Unverfälschte. Das generelle Umweltbewusstsein steigt ebenso wie der Bedarf nach klimafreundlicher Entspannung.

Da müssen die Anbieter mithalten

In der Uckermark gibt es mittlerweile einen Nachhaltigkeitsbeirat. Der zeigt Stärken und Schwächen und arbeitet mit einem Netzwerk unter dem verheißungsvollen Titel „Ferien fürs Klima“ zusammen. Untersucht werden dabei alle Seiten der Nachhaltigkeit. Zum Beispiel Müllvermeidung oder die Nutzung regionaler Produkte, kurze Wege und gute Anbindungen an Radwege und an das öffentliche Nahverkehrsnetz. Während der anderthalbjährigen Bestandsanalyse bis zur Zertifizierung haben die Touristiker auch den Kontakt zur Landwirtschaft gesucht, um gerade bei der Nutzung von Naturlandschaften das Verständnis für die jeweiligen Bedürfnisse zu wecken. „Das ist die Grundlage, die wir eigentlich schon vor zehn Jahren gebraucht hätten“, sagt Anet Hoppe, Chefin der Tourismus Marketing Uckermark GmbH. „Mit unserer Auszeichnung geht jetzt ein Ruck durch ganz Brandenburg.“

Die Uckermark profitiert vom Katzensprung nach Berlin

Auf der ITB winken die Tourismus-Werber mit dem Qualitätssiegel der Nachhaltigkeit und treffen gerade beim Großstadtpublikum auf offene Ohren. So muss sich die Familie aus dem Prenzlauer Berg im Frühling nicht ins Flugzeug setzen, um an überfüllten Stränden den Stress der Großstadt fortzusetzen. Stattdessen kann sie ganz entspannt das Fahrrad einpacken, sich auf einem Ferienhof der Uckermark einmieten, mit dem Kahn die Seen erkunden oder einen Besuch beim Bauern abstatten. Und das mit gutem Gewissen.

 

Winterliche Uckermark

Grüne Woche und die Uckermark

Auf der Grünen Woche in Berlin wurde am 27.01. die Uckermark in Halle 21a präsentiert. Mit dabei waren unter anderem: Uckerkaas, Hemme Milch, Brennerei Dreicksee, UckerEi GmbH, Gasthof zum Grünen Baum Boitzenburg und der NABU. Interessierte konnten sich über die wunderschöne Region erkundigen und einen kleinen Eindruck gewinnen.

Die Zeit scheint still zu stehen

Immer wieder schön am See
Der perfekte Ort um abzuschalten.                                                                           Bild (c): Kena Hüsers

Kleine Dörfer mit Feldsteinkirchen, Höfe mit regionalen Produkten, Radwanderwege und Seen, die in der Wintersonne friedlich schlummern. Die Uckermark scheint wie gemacht zu sein, um  Ruhe zu finden und frische Luft zu tanken. Mit wetterfester Kleidung könnt Ihr zu einer Winterwanderung durch den märchenhaften Buchenwald des Weltnaturerbes Grumsiner Forst oder einer Tour durch die Flussauenlandschaft des Nationalpark Unteres Odertal aufbrechen. Und sollte das Wetter mal nicht mitspielen, lohnt sich ein Ausflug in das AquariUM in Schwedt oder in die NaturThermeTemplin.

Natur erleben und zur Ruhe kommen

Seit 2011 trägt der Buchenwald Grumsin das UNESCO-Siegel Weltnaturerbe und gehört damit zu den weltweit schönsten und sehenswertesten Naturlandschaften. Auch in der kalten Jahreszeit ist eine Wanderung durch den Grumsin ein Erlebnis. Während der Wanderung ist das Käsefondue-Picknick an der Adlerquelle am Wolletzsee die richtige Stärkung. Danach geht es zur  Grumsiner Brennerei mit Verkostung edler Brände.  Der Abend am Kaminfeuer in der SPA Kranich-Insel im Hotel Weiss sorgt für wohlige Entspannung. Das Programm inklusive einer Nachtwächterführung durch die Angermünder Altstadt ist von Oktober bis April buchbar. Touristische Angebote wie diese findet Ihr unter: www.angermuende-tourismus.de  oder ruft dort einfach an. Das nette Team des Tourismusvereins gibt Euch gerne Auskunft. Telefon: 03331 297660

Die Uckermark ist Stark
Die Uckermark ist Spitze                                                                                           Bild 1 + 3: (c) Frank Kirchner

Wandern auf eigene Faust? Dann empfehle ich die  Wanderkarten in Pocketformat von Gunter Kaiser. Diese könnt Ihr bei Eurem Aufenthalt in den Ferienwohnungen bei uns erwerben. Ihr erhaltet sie aber auch am Infopunkt in Grumsin oder beim Tourismusverein Vorort.

Prinz Harry in Angermünde

Prinz Harry besuchte Brandenburg auf einem Geheim-Trip. Die Jagd in Görlsdorf soll der britische Adelsspross genossen haben. Er will wiederkommen.

Der Adel zu Gast in der Uckermark: Prinz Harry flog am Ende der vergangenen Woche nach Deutschland. Eine offizielle Reise war aber nicht vorgesehen. Das Ziel des fünften der britischen Thronfolge war Görlsdorf, ein Ortsteil im uckermärkischen Angermünde. Dort ging er der Zeitung „Dailymail“ und der „Bild“ zufolge mit neun Bekannten jagen. Sie schlossen sich einer Gruppe von 60 weiteren Jägern für zwei Tage des Blutsports an. Die „Dailymail“ verwendet den Begriff „blood sport“, was eine bestimmte Form der Jagd in Großbritannien ist.

Insgesamt 15 Wildschweine soll die Truppe bei der Jagd getötet haben. Noch nicht bestätigt ist, ob Prinz Harry selbst eines oder mehrere Tiere erlegt hat. Der Prinz folgte der Einladung des Erbprinzen Franz-Albrecht Oettingen-Spielberg, der ein großes Revier bei Görlsdorf besitzt. Die beiden Adeligen sind gut miteinander befreundet.

Prinz Harry soll das Wochenende laut einer Quelle der „Dailymail” zufolge „genossen” haben. „Vom Klang des Horns über die Schnaps-Verköstigung zu Beginn bis hin zur eigentlichen Jagd. Er sagte, dass er auf jeden Fall wiederkommt.”

Quelle: Nordkurier Online, 12.12.17

Novemberspaziergang am Wolletzsee

Sonntagsspaziergang

Am Wochenende hat es zwar ab und an geregnet, dennoch wollte ich zum Wolletzsee, um einige Fotos für Euch zu machen. Ich bin immer wieder fasziniert von den wunderschönen Farben -trotz des grauen Himmels – die man in dieser Jahreszeit bewundern kann.

Immer wieder schön am See
Der perfekte Ort um abzuschalten.
Die Adlerquelle mit magischem Wasser

Jedes Mal, wenn wir am Wolletzsee spazieren gehen, wandern wir auch zur Adlerquelle und nehmen einen Schluck vom eisenhaltigen Wasser. Ob es schön macht und das Altern aufhält? Keine Ahnung, was das Wasser alles kann. Ich mache es, weil es mir Spaß macht.

 

Eisenhaltiges Wasser, das magische Kräfte besitzt
Die Adlerquelle am Wolletzsee

Was Ihr hier auf dem Bild seht, sind eisenoxidierende Mikroorganismen (vereinfacht: Eisenbakterien), die durch den Oxidationsprozess Energie gewinnen. Ich finde, es sieht einfach schön aus.

Eisenbakterien in der Adlerquelle
Eisenbakterien sorgen für tolle Effekte.
Grauer Himmel und schimmerndes Wasser.
Tolle Kombination mit wunderschönen Farbeffekten.
Zurück zum Ausblick
Die Vielseitigkeit der Uckermark
Da fühlt man sich wie in den Bergen. 🙂
Und ein kleiner Blick in unseren Garten
Der Graf auf Futtersuche
Der Graf im Garten.
Sonnenblumenkerne als Glückspille für Meisen
Am liebsten futtern sie alle die Sonnenblumenkerne
Der Eichelhäher im Garten
Die Gräfin mag noch nichts essen.

Der Grumsiner Forst im Herbst

Trotz Xavier – Schöne Stunden in der Uckermark

Geschwisterschwäne in der herbstlichen Uckermark
Geschwisterschwäne im Herbst
Die Perfektion der Natur
Wunderschöne Baumverwachsung im Grumsiner Forst
Pilze, Pilze, überall Pilze
Pilzzeit, nur was sind das für Pilze?
Was ist das für ein Pilz?
Essbar oder giftig?
Nach dem Sturm
Die Ruhe nach dem Sturm im Grumsiner Forst
Xavier unterwegs durch den Grumsiner Forst
Xavier hat auch im Grumsiner Forst gewütet.
Spinnennetz im Grumsiner Forst
Die Schönheit eines Spinnennetzes

Besuch im Garten

So schön kann der Herbst sein

In unserem Garten geht es rege her. Ein kleines Schlemmerparadies für Vögel. Das ausgelegte Futter sorgt für viele kleine und große Besucher, die den Winter in der Uckermark verbringen werden. Hier ein paar Schnappschüsse.

Unser Graf im Garten
Unser Graf
Rotkehlchen sucht Futter im Garten
Rotkehlchen im Herbst
Meise im Garten
Kohlmeise im Kirschbaum

Ich hoffe, dass ich die Rehe, die ab und an durch unseren Garten huschen, ebenfalls noch vor die Kamera bekomme.

Landmanufaktur „Königin von Biesenbrow“

Äpfel, Äpfel und noch mehr Äpfel?

Fragt man das Internet, wie viele Apfelsorten es in Deutschland gibt, ist die Antwort nicht besonders aufschlussreich. Professorin Google bekommt echte Schwierigkeiten, wenn es um präzise Zahlen geht. Warum das so ist, erfuhren wir, als wir die „Königin von Biesenbrow“ besuchten: „Seit hunderten von Jahren züchten wir auf der ganzen Welt neue Apfelsorten oder erfreuen uns an Zufallssämlingen. Aber seit 40 Jahren rotten wir systematisch oder durch gesteuertes Käuferverhalten diese Sortenvielfalt wieder aus“, erklärte uns Mathias.

Die Großstädter Yvonne und Mathias Tietze zogen 2009 nach Biesenbrow. Dort kauften sie einen alten Hof, den sie liebevoll restaurierten und auf dem sie vier Jahre später mit der Gründung ihrer Landmanufaktur „Königin von Biesenbrow“ begannen. Da wir selbst aus der Großstadt geflohen sind, um in der Uckermark noch einmal neu anzufangen, können wir die beiden gut verstehen.

Yvonne Tietze ist glücklich in der Uckermark
Yvonne Tietze fühlt sich in der Uckermark wohl und zuhause.
Eine Leidenschaft wird zum Beruf

Mathias und Yvonne lieben die Reichhaltigkeit der Sorten und finden den Apfel spannend, weil er mit vielen Duft- und Geschmackstoffen immer wieder ein neues Gaumenerlebnis zaubert. Seit Kindestagen ist der Apfel ihre Lieblingsfrucht. Das wussten auch Freunde der Neu-Uckermärker und stellten bei einem guten Essen ein selbst gemachten Apfelwein auf den Tisch. „Wir waren von dem Geschmack gleich angetan und wollten so einen Wein auch selbst herstellen“, erzählte uns Yvonne und ihre Augen spiegeln das Gefühl wider, das sie damals hatte. „Wir haben dann auf Radtouren Äpfel gepflückt und daraus Apfelwein hergestellt.“, erklärte uns Yvonne und verzog dabei das Gesicht. Zufrieden war sie mit dem Ergebnis nicht. Norbert und ich haben auch im ersten Jahr mit dem Sammeln von Äpfeln angefangen und sie beim Jugend-Ökohof in Crussow mosten lassen. Während Norbert abends gerne eins unserer selbstgebrauten Biere trinkt, verdünne ich mir ein Glas Apfelwein mit Selter und einigen Spritzern Zitrone. Für den Hausgebrauch kann man ihn trinken.

Yvonne und Mathias wollten aber mehr. Sie wollten einen ganz besonderen Wein kreieren. Den Beiden wurde klar, dass sie die unterschiedlichen Apfelsorten besser kennenlernen mussten, was wirklich nicht einfach ist. Auf den Plantagen findet man heutzutage nur noch Elstar, Jonagold, Breaburn, Golden Delicious und Granny Smith. Ausgefallene, ältere Arten, sind noch in kleiner Stückzahl in Gärten oder an Straßenrändern zu sehen, weil sie dort vor Jahrzehnten einmal angepflanzt wurden. So kam, was kommen musste, die beiden Kernobst-Liebhaber bauten ihre eigene Apfelbaumplantage auf. Zurzeit sind es 2500 Bäume, mit 240 handveredelten Sorten, die für die Verarbeitung zu Saft, Wein und Crémant aber auch als Gendatenbank dienen. Durch die Beschäftigung mit dem Thema, wurden die selbst hergestellten Weine auch immer besser. „Mittlerweile produzieren wir für Genießer des Apfels über 30 verschiedene sortenreine Direktsäfte und als Krönung einen Apfelschaumwein, den Crémant.“, erzählte Mathias uns stolz. Mit diesem Angebot kann jeder selbst einmal probieren, wie der Saft eines Moringer Rosenapfels, Dalincos oder Goldparmäner schmeckt, was wir auch gleich getan haben. Nach Ruhm den Siegern, Delbarestivale und Finkenwerder Herbstprinz musste ich aber aufgeben. Zu viel Säure für einen Tag. 🙂

Ein guter Crémant braucht seine Zeit.
Mathias im Weingewölbe, wo der Crémant gelagert wird. Fotos (2): Stefan Klenke
Klares Nein zum SmartFresh-Verfahren

Yvonne und Mathias pflücken die meisten Äpfel für ihre Getränke selbst, überprüfen sie auf schadhafte Stellen und mosten nur mit sehr geringem Druck. Da die eigene Plantage jedoch noch nicht genügend Früchte abwirft, haben sie Verträge mit Apfelplantagen ihres Vertrauen geschlossen. Besonderen Wert legt das Ehepaar darauf, dass Äpfel von Zulieferern, nicht mit dem sogenannten SmartFresh-Verfahren behandelt werden. Denn hierbei werden die Früchte mit Methylcyclopropen (MCP) begast. Dieses Gas blockiert das Nachreifen. Die Methode wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als unbedenklich eingestuft und muss nicht deklariert werden. Solche Äpfel wollen die beiden Biesenbrower nicht haben und ich muss gestehen, dass mich diese kleine Aufklärung gruselt. Seit ich von dem Gas weiß, mache ich einen hohen Bogen um Supermarktäpfel.

Eine der leckeren Crémant-Flaschen lagert nun auch in unserem Keller. Wir warten auf das gute Sommerwetter, damit wir ihn schön mit unseren Nachbarn im Garten genießen können.

Der Hofladen und der schöne Garten zum Verweilen, Kuchen essen und Apfelsaft trinken haben am Wochenende geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten erfahrt Ihr hier.