Landmanufaktur „Königin von Biesenbrow“

Äpfel, Äpfel und noch mehr Äpfel?

Fragt man das Internet, wie viele Apfelsorten es in Deutschland gibt, ist die Antwort nicht besonders aufschlussreich. Professorin Google bekommt echte Schwierigkeiten, wenn es um präzise Zahlen geht. Warum das so ist, erfuhren wir, als wir die „Königin von Biesenbrow“ besuchten: „Seit hunderten von Jahren züchten wir auf der ganzen Welt neue Apfelsorten oder erfreuen uns an Zufallssämlingen. Aber seit 40 Jahren rotten wir systematisch oder durch gesteuertes Käuferverhalten diese Sortenvielfalt wieder aus“, erklärte uns Mathias.

Die Großstädter Yvonne und Mathias Tietze zogen 2009 nach Biesenbrow. Dort kauften sie einen alten Hof, den sie liebevoll restaurierten und auf dem sie vier Jahre später mit der Gründung ihrer Landmanufaktur „Königin von Biesenbrow“ begannen. Da wir selbst aus der Großstadt geflohen sind, um in der Uckermark noch einmal neu anzufangen, können wir die beiden gut verstehen.

Yvonne Tietze ist glücklich in der Uckermark
Yvonne Tietze fühlt sich in der Uckermark wohl und zuhause.
Eine Leidenschaft wird zum Beruf

Mathias und Yvonne lieben die Reichhaltigkeit der Sorten und finden den Apfel spannend, weil er mit vielen Duft- und Geschmackstoffen immer wieder ein neues Gaumenerlebnis zaubert. Seit Kindestagen ist der Apfel ihre Lieblingsfrucht. Das wussten auch Freunde der Neu-Uckermärker und stellten bei einem guten Essen ein selbst gemachten Apfelwein auf den Tisch. „Wir waren von dem Geschmack gleich angetan und wollten so einen Wein auch selbst herstellen“, erzählte uns Yvonne und ihre Augen spiegeln das Gefühl wider, das sie damals hatte. „Wir haben dann auf Radtouren Äpfel gepflückt und daraus Apfelwein hergestellt.“, erklärte uns Yvonne und verzog dabei das Gesicht. Zufrieden war sie mit dem Ergebnis nicht. Norbert und ich haben auch im ersten Jahr mit dem Sammeln von Äpfeln angefangen und sie beim Jugend-Ökohof in Crussow mosten lassen. Während Norbert abends gerne eins unserer selbstgebrauten Biere trinkt, verdünne ich mir ein Glas Apfelwein mit Selter und einigen Spritzern Zitrone. Für den Hausgebrauch kann man ihn trinken.

Yvonne und Mathias wollten aber mehr. Sie wollten einen ganz besonderen Wein kreieren. Den Beiden wurde klar, dass sie die unterschiedlichen Apfelsorten besser kennenlernen mussten, was wirklich nicht einfach ist. Auf den Plantagen findet man heutzutage nur noch Elstar, Jonagold, Breaburn, Golden Delicious und Granny Smith. Ausgefallene, ältere Arten, sind noch in kleiner Stückzahl in Gärten oder an Straßenrändern zu sehen, weil sie dort vor Jahrzehnten einmal angepflanzt wurden. So kam, was kommen musste, die beiden Kernobst-Liebhaber bauten ihre eigene Apfelbaumplantage auf. Zurzeit sind es 2500 Bäume, mit 240 handveredelten Sorten, die für die Verarbeitung zu Saft, Wein und Crémant aber auch als Gendatenbank dienen. Durch die Beschäftigung mit dem Thema, wurden die selbst hergestellten Weine auch immer besser. „Mittlerweile produzieren wir für Genießer des Apfels über 30 verschiedene sortenreine Direktsäfte und als Krönung einen Apfelschaumwein, den Crémant.“, erzählte Mathias uns stolz. Mit diesem Angebot kann jeder selbst einmal probieren, wie der Saft eines Moringer Rosenapfels, Dalincos oder Goldparmäner schmeckt, was wir auch gleich getan haben. Nach Ruhm den Siegern, Delbarestivale und Finkenwerder Herbstprinz musste ich aber aufgeben. Zu viel Säure für einen Tag. 🙂

Ein guter Crémant braucht seine Zeit.
Mathias im Weingewölbe, wo der Crémant gelagert wird. Fotos (2): Stefan Klenke
Klares Nein zum SmartFresh-Verfahren

Yvonne und Mathias pflücken die meisten Äpfel für ihre Getränke selbst, überprüfen sie auf schadhafte Stellen und mosten nur mit sehr geringem Druck. Da die eigene Plantage jedoch noch nicht genügend Früchte abwirft, haben sie Verträge mit Apfelplantagen ihres Vertrauen geschlossen. Besonderen Wert legt das Ehepaar darauf, dass Äpfel von Zulieferern, nicht mit dem sogenannten SmartFresh-Verfahren behandelt werden. Denn hierbei werden die Früchte mit Methylcyclopropen (MCP) begast. Dieses Gas blockiert das Nachreifen. Die Methode wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als unbedenklich eingestuft und muss nicht deklariert werden. Solche Äpfel wollen die beiden Biesenbrower nicht haben und ich muss gestehen, dass mich diese kleine Aufklärung gruselt. Seit ich von dem Gas weiß, mache ich einen hohen Bogen um Supermarktäpfel.

Eine der leckeren Crémant-Flaschen lagert nun auch in unserem Keller. Wir warten auf das gute Sommerwetter, damit wir ihn schön mit unseren Nachbarn im Garten genießen können.

Der Hofladen und der schöne Garten zum Verweilen, Kuchen essen und Apfelsaft trinken haben am Wochenende geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten erfahrt Ihr hier.

 

Eis- und Kuchenschmiede Pinnow

Eis in aller Munde

Eis, Eis, Eis
In Pinnow gibt es selbst hergestelltes Eis in vielen Geschmacksrichtungen

Am Montag schien die Sonne und ich saß mit meinem Lieblingshandwerker bei Kaffee und Kuchen im Garten. Da stieß er aus: „Warst du schon in dem neuen Eiscafé in Pinnow? Die machen echt gutes Eis!“

Ich musste gestehen, dass ich es noch nicht kannte und schrieb es mir gedanklich für das kommende Wochenende auf meine „Like-To-Do-Liste“. Da Eiscafés in der Uckermark rar gesät sind, vermisse ich ab und an Berlin mit seinen cremig-frostigen Angeboten. Deshalb beschloss ich, am Wochenende mit Norbert eine kleine Fahrradtour zur Eis- und Kuchenschmiede zu machen.  Ein bisschen „Radweg Mündesee“, dann nach Mürow mit seinem Hünengrab, der wunderschönen Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert und dem Schloss mit angrenzendem Lenné-Park.  Danach noch einige Kilometer in die Pedalen getreten und schon wären wir da. Das klingt gut. Zurück über das Felchowseegebiet, ab in den Garten und den Grill anwerfen. Ein perfekter Tag!

Als ich Norbert am Abend von der Idee erzählte, war er gleich begeistert. Er hatte von seinen Arbeitskollegen ebenfalls von der neuen Eis- und Kuchenschmiede in Pinnow gehört. Abends saßen wir mit Nachbarn am Lagerfeuer und tranken selbstgemachten Apfelwein, da kam es wieder: „Habt ihr schon von der neuen Eisdiele in Pinnow gehört? Wir waren am Wochenende da. Die ist so gemütlich und schnuckelig eingerichtet. Wir haben bei dem schönen Wetter aber draußen gesessen.“ Wir schienen die letzten in Angermünde zu sein, die noch nicht in der Eisdiele waren.

Frau Kieslinger an der Eismaschine
Klassische und neue Eissorten werden bei Frau Kieslinger in der Küche kreiert.
Eis, Kuchen und warme Leckereien

Am Sonntagnachmittag kamen wir mit unseren Fahrrädern in der „Eis- und Kuchenschmiede Pinnow“  an. Das Ambiente, das uns erwartete, war nicht nur von außen wunderschön. Im Inneren entdeckten wir ein kühlendes, rustikales Mauerwerk, antike Möbel und historische Handwerksgegenstände, wie beispielsweise Blasebalg und Amboss. In jeder Ecke gab es etwas Altes zu entdecken. Da es auf dem Fahrrad sehr heiß war, beschlossen wir, uns nicht nach draußen in die Sonne zu setzen, sondern unser Eis an einem der hübsch dekorierten Tische zu verputzen. Als ich das Angebot sah, war ich mir aber gar nicht mehr so sicher, ob ein Eis alleine reichen würde. Auf der Speisekarte standen hausgebackene Kuchen und Torten, Wildbockwurst und feine Suppen. Bevor ich nun alles bestellte, was ich unbedingt probieren wollte, hielt mich Norbert mit einem Vorschlag zurück, der mir weise erschien. 🙂 „Wir fahren öfter her und probieren uns langsam durch das Angebot.“

Kleine Augenschmeicheleien überall
Eis satt und fürs Auge satte Eindrücke.
Eis, Eis und noch ein Eis für unterwegs

Ich mag es besonders süß und somit war der Krokantbecher genau das Richtige für mich. Norbert sieht gerne frische Früchte auf seinem Eisbecher und bekam einen großen Erdbeerbecher. Wir waren beide sehr zufrieden, ich brauchte aber noch eine Kugel für die Rückfahrt und nahm dann doch lieber zwei in der Waffel mit. Zurück ging es nicht über das Felchowseengebiet, weil wir noch verabredet waren. Beim nächsten Mal werden wir die Strecke aber um dieses Teilstück erweitern. Unsere Tour war 22 Kilometer lang. Mit dem Naturschutzgebiet Felchowseengebiet wären es 30 Kilometer gewesen. Eine schöne, gemütliche Tour für einen Sonntagnachmittag.

Idyllisches Landhausambiente
Vor der Schmiede schmeckt Eis und Kuchen im Sommer besonders gut.

Noch ein kleiner Tipp: Es gibt auch veganes Fruchteis. Logischerweise ohne Laktose, garantiert aber auch glutenfrei.

Eis- und Kuchenschmiede Pinnow
Inhaber: Ilona Kieslinger
Schmiedeweg 1
16278 Pinnow
Telefon:     033335 309280

Lokale und Cafés in Angermünde

Essen gehen in Angermünde und Umgebung

 

  1. Griechisches Restaurant „Santorini“, Garten Straße 20, Tel.: 03331 – 3656233

Leckeres griechisches Essen. Nette Atmosphäre und es wird meistens viel gelacht im Lokal. Liegt vielleicht an den vielen Ouzos, die immer wieder ausgeschenkt werden. Der Biergarten ist im Sommer sehr gemütlich. Die Cocktails sind allerdings nicht so gut. Aber, wer trinkt schon Cocktails im griechischen Restaurant.  Kleines Manko: Santorini hat meist Mitte August für 2-3 Wochen geschlossen. Deshalb lieber vorher anrufen.

  1. Café Seeblick, Am Krötenberg 13 , Tel: 03331 – 20239

    Im Café Seeblick direkt am Mündesee-Rundweg werden kühle Biere, Kaffee und Kuchen und kleine Snacks serviert. In den Sommermonaten werden verschiedene Veranstaltungen wie beispielsweise Tanzabende,Live Musik oder Grillabende organisiert.

  2. Restaurant Café am Mündesee, Seestraße 11c, Tel.: 03331 – 22506

Nette Atmosphäre, ein toller Blick auf den See und gut bürgerliche Küche. Neben dem Essen erfährt der Gast alles über das Hartsteinsymposium entlang des Mündesees. Die Mappen der Künstler liegen dort aus. Bei einem Bier oder einer Tasse Kaffee kann man draußen im Sommer die See-Atmosphäre genießen. Die Fischgerichte werden vorwiegend aus Fischen aus dem Mündesee zubereitet. ACHTUNG! Das Restaurant hat bis Mitte 2018 geschlossen. Genauer Öffnungstermin für 2018 noch nicht bekannt.

  1. Restaurant Grambauers Kalit, Hoher Steinweg 25, Tel.: 03331 – 25 25 35

Eine Spur teurer, aber durchaus berechtigt. Nette Atmosphäre, hervorragende Beratung (gerade auch in Sachen Spirituosen), gehobene Küche, tolle Inneneinrichtung. Der Service wurde jedoch in den letzten Monaten oft von Gästen beanstandet. Wir haben es selbst noch nicht erfahren, wurden von unseren Feriengästen jedoch immer mal wieder darauf hingewiesen.

  1. Bäckerei und Café Schmidt, Markt 21, Tel.: 03331 – 21808

Hier gibt es die besten Kuchen und Torten der Stadt. Sehr nettes Personal, schöne Inneneinrichtung und preiswerte aber leckere Auswahl an Backwaren aller Art. Auch zum Mitnehmen.

  1. Pizzeria Piccolo, Berliner Str. 61, 16278 Angermünde, Tel.: 03331 – 299821

Hier sitzt man nicht nur, um zu Essen, sondern auch, um bei einem gepflegten Bier oder einem schmackhaften Wein den Abend zu verbringen. Die Pizzen sind lecker und die Inhaber sehr, sehr nett und aufgeschlossen.

9. „Hungerstein“, Jägerstraße 25, Am Mündesee, Tel.: 03331 – 297244

Im Mündesee, liegt auf einer Sandbank ein Findling, der Hungerstein. Wenn in trockenen Sommern der Wasserspiegel sinkt ist er zu sehen und zeigt eine schlechte Ernte und somit auch die Hungersnot an. So war es früher. Im Restaurant Hungerstein gibt es jedoch immer etwas zu essen. Gehobene bürgerliche Küche – wie die Preise, nettes Personal, meist ist eine Reservierung am Wochenende nötig.

 

Montags ist meist alles geschlossen!

Grumsiner Brennerei

Allein trinken macht dumm

Das war Norberts Argument, um sich unseren Feriengästen bei der Besichtigung der  „Grumsiner Brennerei“ anzuschließen. Natürlich mit Voranmeldung.

Verköstigung in der Grumsiner Brennerei
Urlaubsgäste aus dem Emsland mit Kena und Norbert in Grumsin

Ausführliche Führung

2 Stunden folgten wir gespannt Thomas Blätterlein durch seine Brennerei, bekamen alles erklärt und durften den einen oder anderen Likör, Korn und Gin testen. Unsere Feriengäste kamen aus dem Emsland zur Vatertagstour in die Uckermark. Mit dieser Besichtigung haben wir somit ins Schwarze getroffen.

Gin, Edelbrand, Nuss-Likör und vieles mehr
Edle Brände wollen probiert werden

Nun bin ich zwar kein Freund des hochprozentigen Alkohols, aber hier war auch ich schwer beeindruckt und habe gerne mitgetestet.

Obergeschoss der Brennerei
Thomas Blätterlein erklärt alles ganz genau und ausführlich

Liebevoll wurden die Räume gestaltet. Hier sehen wir den großen Raum im Dachgeschoss, wo Verköstigungen, Seminare und Veranstaltungen in der Uckermark stattfinden.

Der Blick von der großen Dachterrasse

Grün, wohin das Auge blickt
Mit dem Blick über die Uckermark

Im Keller, wo alte Whisk(e)yfässer lagern, ist ebenfalls Platz für Veranstaltungen und dem abendlichen Besammensitzen. Natürlich mit flüssigen Leckereien aus dem reichhaltigen Sortiment der Brennerei.

Fässer zum Reifen für Edelbrände
Alte Whiskeyfässer für die edlen Geschmäcker
im Feldsteingewölbe lässt es sich aushalten
Urige Atmosphäre im Keller der Brennerei

Ein weiteres Highlight ist der Ofen. Hier finden die „Genussabende“ mit Obst- und Getreidedestillaten in Kombination mit edlen Käsesorten, gereiftem Schinken, handgefertigter Schokolade und Sauerteigbrot statt.

Brot für die abendliche Verköstigung wird gebacken
Brot wird hier noch selbst gebacken

Wir waren beeindruckt

Wir waren wirklich beeindruckt und haben uns sehr über die ausführliche und spritzige Führung gefreut. Wir können dieses Erlebnis wärmstens weiterempfehlen. Solltet Ihr bei Eurem Aufenthalt in Angermünde Lust auf eine Verköstigung haben, stellen wir gerne den Kontakt für Euch her. Oder klickt auf den o.a. Link.